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Gemüse richtig mulchen: So gedeiht dein Beet prächtig und bleibt länger feucht

Gemüse richtig mulchen: So gedeiht dein Beet prächtig und bleibt länger feucht

Warum Mulchen im Gemüsebeet so viel bringt

Mulchen bedeutet, den Boden mit organischem oder mineralischem Material zu bedecken. Ziel ist nicht nur ein „aufgeräumtes“ Beet, sondern ein stabileres Bodenklima. Richtig angewendet sorgt Mulch dafür, dass Wasser langsamer verdunstet, der Boden weniger verschlämmt und die obere Schicht bei Starkregen nicht so stark abgetragen wird. Gerade in vielen Regionen in Deutschland und Österreich, in denen Sommerphasen zunehmend heißer und trockener werden, kann eine Mulchschicht den Unterschied zwischen gestressten Pflanzen und konstantem Wachstum ausmachen.

  • Feuchterer Boden: Weniger Verdunstung, gleichmäßigere Versorgung.
  • Weniger Unkraut: Keimlinge bekommen weniger Licht.
  • Besserer Boden: Regenwürmer und Bodenleben werden gefördert.
  • Schutz vor Erosion: Bei Starkregen bleibt die Krume eher an Ort und Stelle.
  • Temperaturpuffer: Weniger Aufheizen am Tag, geringere Auskühlung nachts.

Doch: Gemüse richtig mulchen heißt auch, mögliche Nebenwirkungen zu kennen. Einige Materialien binden vorübergehend Stickstoff, andere locken Schnecken an oder passen nur zu bestimmten Kulturen. Mit den folgenden Abschnitten findest du für jedes Beet eine praxistaugliche Lösung.

Mulch ist nicht gleich Mulch: Materialtypen im Überblick

Grundsätzlich unterscheidet man organische Mulchmaterialien (z. B. Grasschnitt, Stroh, Laub, Kompost) und mineralische Mulchen (z. B. Kies, Lava, Splitt). Im Gemüsebeet sind organische Mulcharten meist beliebter, weil sie das Bodenleben füttern und langfristig Humus aufbauen. Mineralischer Mulch kann sinnvoll sein, etwa in sehr schneckenreichen Lagen oder bei Kulturen, die warme Böden lieben.

Organische Mulchmaterialien (die Klassiker)

  • Rasenschnitt: sehr nährstoffreich, wirkt schnell – aber nur dünn auftragen.
  • Stroh: ideal für Erdbeeren und Wege; im Gemüsebeet gut, aber stickstoffarm.
  • Laub: regional verfügbar, gut für Bodenleben; manche Blätter verrotten langsam.
  • Kompost (als Mulch): eher „Kompostdecke“ als klassischer Mulch, sehr universell.
  • Häckselgut/Rindenhumus: eher für Zierbeete; im Gemüsebeet nur gezielt (Stickstoffbindung beachten).

Mineralische Mulchmaterialien (spezielle Helfer)

  • Lavasplitt / Bims: speichert Wärme, lässt Wasser durch, trocknet Oberfläche schneller ab.
  • Feiner Kies: kann bei mediterranen Kräutern sinnvoll sein; im Gemüsebeet selten nötig.

Praxis-Tipp: In D/A ist organisches Material oft leicht zu beschaffen: Rasenschnitt aus dem eigenen Garten, Strohballen vom Landhandel, Laub aus dem Herbst, Kompost aus der Biotonne (nur wenn wirklich sauber und reif) oder aus dem eigenen Komposter.

Gemüse richtig mulchen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Viele Probleme entstehen nicht durch das Material selbst, sondern durch falsches Timing oder eine zu dicke bzw. zu dichte Schicht. Mit dieser Reihenfolge gelingt das Mulchen zuverlässig.

1) Boden vorbereiten: lockern, jäten, wässern

Mulch ist keine Abkürzung, um ein verunkrautetes Beet „zuzudecken“. Entferne zunächst Unkräuter (besonders Wurzelunkräuter wie Quecke oder Giersch), lockere den Boden oberflächlich und wässere gründlich. Mulch hält Feuchtigkeit – er ersetzt aber das erste Einwässern nicht.

2) Nährstoffversorgung prüfen

Einige Mulchmaterialien (v. a. Stroh, Holzhäcksel) können bei der Rotte Stickstoff aus dem Boden binden. Das merkt man an blassgrünen Blättern und langsamem Wachstum. Wenn du stickstoffarme Mulchen nutzt, hilft:

  • vor dem Mulchen eine dünne Gabe reifer Kompost oder
  • eine maßvolle Düngung (z. B. organischer Gemüsedünger, Hornmehl) oder
  • Mulchmaterial mischen (z. B. Stroh + etwas Rasenschnitt).

3) Mulchschicht richtig auftragen: Dicke und Abstand

Die optimale Schichtdicke hängt vom Material ab. Als Faustregel gilt: luftige Mulchen dicker, dichte Mulchen dünner. Wichtig ist außerdem, Stängel und Pflanzenbasis nicht komplett zuzuschütten – das reduziert Fäulnis und Schneckenverstecke.

  • Rasenschnitt: 1–3 cm (angetrocknet), lieber öfter nachlegen.
  • Stroh: 5–10 cm, locker auflegen.
  • Laub: 3–8 cm, bei großen Blättern ggf. zerkleinern.
  • Kompost als Mulchdecke: 1–3 cm.
  • Häckselgut: 3–5 cm, eher in Wegen oder bei robusten Kulturen.

4) Nachlegen statt „einmal und fertig“

Organischer Mulch wird vom Bodenleben abgebaut – und das ist ausdrücklich erwünscht. Plane daher ein, die Schicht mehrmals pro Saison zu ergänzen. Besonders Rasenschnitt und Laub „verschwinden“ schnell. Ein Beet, das dauerhaft bedeckt bleibt, ist deutlich widerstandsfähiger gegen Austrocknung.

Die besten Mulchmaterialien fürs Gemüsebeet – mit Vor- und Nachteilen

Im Folgenden findest du eine praxisnahe Auswahl mit Hinweisen, für welche Kulturen die Materialien besonders gut passen.

Grasschnitt: schnell, effektiv – aber nur richtig angewendet

Rasenschnitt ist in vielen Gärten in Deutschland und Österreich die naheliegendste Mulchart. Er liefert Stickstoff und hält Feuchtigkeit hervorragend. Problematisch wird er, wenn er zu dick und zu frisch aufgetragen wird: Dann kann er faulen, stinken und eine schmierige Schicht bilden.

  • Ideal für: Kohl, Kürbis, Zucchini, Tomaten (mit Abstand zum Stängel), Gurken, Mais.
  • So klappt’s: 1–2 Tage antrocknen lassen, dann 1–3 cm auftragen.
  • Achtung: Rasenschnitt aus „Unkrautrasen“ kann Samen enthalten; lieber nur nutzen, wenn der Rasen kurz vor der Samenbildung gemäht wurde.

Stroh: luftig, sauber, schneckenfreundlich?

Stroh ist ein Klassiker, besonders im Erdbeeranbau. Im Gemüsebeet ist es ebenfalls nützlich, weil es luftig ist und den Boden gut beschattet. Gleichzeitig ist es stickstoffarm und kann Schnecken Verstecke bieten – das hängt stark von Lage, Wetter und Schneckendruck ab.

  • Ideal für: Erdbeeren, Kartoffeln (als Teil einer Mulchstrategie), Kürbisgewächse, Wege zwischen Beeten.
  • So klappt’s: 5–10 cm locker auflegen, bei Bedarf mit etwas Rasenschnitt/Kompost kombinieren.
  • Achtung: Bei starkem Schneckenbefall lieber dünner mulchen und häufiger kontrollieren.

Laub: gratis Mulch aus dem Herbst – mit viel Potenzial

Laub ist regional verfügbar und schließt den Kreislauf im Garten. Es fördert Regenwürmer und schützt den Boden im Winter. Im Sommer kann Laubmulch ebenfalls gut funktionieren, besonders wenn die Blätter etwas zerkleinert werden, damit keine „Matte“ entsteht.

  • Ideal für: Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Kohl, Beerensträucher, Wege.
  • So klappt’s: 3–8 cm, große Blätter (z. B. Ahorn, Platane) vorher schreddern oder klein machen.
  • Achtung: Walnusslaub und Eichenlaub verrotten langsamer; lieber dünn verwenden oder kompostieren.

Kompost als Mulchdecke: die „Allround“-Lösung

Reifer Kompost ist streng genommen kein klassischer Mulch, weil er nicht so grob und luftig ist. Als Kompostdecke (1–3 cm) ist er aber ideal, wenn du Boden verbessern und gleichzeitig die Oberfläche schützen willst. Er verkrustet weniger als nackte Erde und liefert Nährstoffe.

  • Ideal für: fast alle Gemüsekulturen, besonders Starkzehrer in Kombination mit zusätzlichem Mulch.
  • So klappt’s: dünn ausbringen, danach z. B. mit Laub oder angetrocknetem Rasenschnitt ergänzen.
  • Achtung: Nur reifer Kompost – unreifer Kompost kann Pflanzen schädigen und zieht Trauermücken an.

Häckselgut/ Holzige Mulchen: im Gemüsebeet nur gezielt

Holzhäcksel sehen ordentlich aus und sind auf Wegen super. Im Gemüsebeet können sie jedoch Stickstoff binden, wenn sie in den Boden eingearbeitet werden oder wenn sehr viel davon verrottet. Für Dauerkulturen und Wege sind sie oft sinnvoller als für feine Saatreihen.

  • Ideal für: Beetwege, Beerensträucher, Obstbaumscheiben, robuste mehrjährige Kulturen.
  • So klappt’s: 3–5 cm, nicht in die Erde einarbeiten, ggf. Kompostgabe darunter.
  • Achtung: Bei jungen Gemüsepflanzen auf ausreichende Stickstoffversorgung achten.

Mulchen je nach Gemüse: Was passt zu welcher Kultur?

Nicht jedes Gemüse reagiert gleich. Manche Kulturen mögen es warm und trocken an der Oberfläche, andere profitieren stark von kühlem, gleichmäßig feuchtem Boden. Wenn du Gemüse richtig mulchen willst, lohnt sich dieser kulturbezogene Blick.

Tomaten

Tomaten mögen gleichmäßige Feuchte, aber keine nassen Stängel. Mulch reduziert Spritzwasser (und damit Krankheitsdruck) und stabilisiert die Wasserversorgung.

  • Empfehlung: angetrockneter Rasenschnitt (dünn) oder Stroh (locker).
  • Wichtig: 3–5 cm Abstand zum Stängel lassen, damit nichts fault.

Gurken, Zucchini, Kürbis

Kürbisgewächse sind dankbar für Mulch, weil sie viel Wasser brauchen und große Blätter haben. Mulch hält die Bodenoberfläche länger feucht und reduziert Unkraut im „Dschungel“.

  • Empfehlung: Rasenschnitt in mehreren dünnen Lagen, alternativ Stroh.
  • Wichtig: In schneckenreichen Gärten häufiger kontrollieren.

Kohl (Brokkoli, Blumenkohl, Weißkohl)

Kohl ist ein Starkzehrer und mag gleichmäßige Wasserversorgung. Mulch hilft, Wachstumsschübe durch Trockenstress zu vermeiden.

  • Empfehlung: Rasenschnitt (angetrocknet) oder Kompostdecke + Laubmulch.

Salat und andere zarte Blattgemüse

Hier ist Vorsicht gefragt: Zu feuchter, dichter Mulch kann Schnecken fördern und die zarten Pflanzen bedrängen. Gleichzeitig hilft Mulch gegen Erdaufspritzer.

  • Empfehlung: sehr dünne Kompostdecke oder feines, trockenes Laub; bei starkem Schneckendruck lieber mineralisch (z. B. feiner Splitt) in Maßen.

Karotten, Pastinaken, Rote Bete (Direktsaat)

Bei Direktsaat ist Mulch am Anfang tricky: Die Erde muss warm werden, und die Keimlinge brauchen Platz. Mulchst du zu früh, kann die Keimung schlechter ausfallen.

  • Empfehlung: Erst nach dem Auflaufen mulchen, dann sehr fein (z. B. dünne Kompostschicht oder sehr feines, trockenes Schnittgut).
  • Wichtig: Saatreihen zunächst frei lassen, später zwischen den Reihen mulchen.

Kartoffeln

Kartoffeln lassen sich hervorragend mulchen, besonders in Kombination mit dem Anhäufeln. Mulch kann die Feuchtigkeit halten und Unkraut reduzieren.

  • Empfehlung: Stroh oder eine Mischung aus Stroh und Rasenschnitt (luftig halten).
  • Wichtig: Mäuse können sich in sehr dicken Strohauflagen wohlfühlen – in manchen Gegenden ein Thema.

Zwiebeln und Knoblauch

Allium-Arten mögen es eher trocken an der Oberfläche, weil zu viel Feuchte Fäulnis fördern kann. Trotzdem hilft eine leichte Mulchdecke gegen Unkraut und extreme Austrocknung.

  • Empfehlung: dünnes Laub oder eine sehr dünne Kompostdecke; nicht zu dick mulchen.

Mulchen im Hochbeet, im Reihenbeet und im Gewächshaus

Je nach System verändert sich das Bodenklima – und damit die Mulchstrategie. In Deutschland und Österreich sind Hochbeete sehr beliebt, ebenso Folientunnel und kleine Gewächshäuser.

Hochbeet: schneller trocken, schneller warm

Hochbeete trocknen durch Wind und erhöhte Oberfläche schneller aus. Mulch ist hier besonders effektiv, weil er Wasser spart und die Oberfläche vor dem „Ausbacken“ schützt.

  • Empfehlung: Kompostdecke als Basis, darüber Rasenschnitt in dünnen Lagen.
  • Wichtig: Regelmäßig nachlegen, da Hochbeete den Mulch schneller abbauen.

Reihenbeet: ideal zum Zwischenreihen-Mulchen

Im klassischen Gemüsebeet mit Reihen ist es oft am einfachsten, zwischen den Reihen zu mulchen und die Pflanzenreihe selbst zunächst frei zu lassen. Das erleichtert Hacken, Jäten und Bewässern, bis die Pflanzen kräftig sind.

Gewächshaus/Folientunnel: Mulch gegen Salzkrusten und Verdunstung

Im Gewächshaus verdunstet Wasser schnell, gleichzeitig wird oft intensiver gegossen. Mulch kann Salzkrusten und Oberflächenverkrustung reduzieren.

  • Empfehlung: Rasenschnitt (dünn, gut angetrocknet) oder Stroh.
  • Achtung: Zu feucht + zu warm kann Trauermücken und Schimmel fördern – lieber luftige Mulchen und gute Lüftung.

Häufige Fehler beim Mulchen – und wie du sie vermeidest

Viele Gartenmythen entstehen aus genau diesen typischen Stolpersteinen. Wenn du sie kennst, ist Mulchen eine sehr zuverlässige Methode.

Fehler 1: Zu dicke, nasse Mulchschicht (Faulstellen)

Vor allem bei frischem Rasenschnitt entsteht schnell eine luftdichte Schicht. Lösung: antrocknen lassen und in dünnen Lagen ausbringen.

Fehler 2: Mulch direkt an den Stängel drücken

Das fördert Fäulnis, Pilzprobleme und schafft Verstecke für Schnecken. Lösung: einen kleinen Ring frei lassen, besonders bei Tomaten, Paprika und Jungpflanzen.

Fehler 3: Mulchen ohne vorheriges Wässern

Mulch hält Feuchtigkeit, aber er „erzeugt“ sie nicht. Lösung: Erst gründlich gießen, dann mulchen – besonders bei Neuanpflanzungen.

Fehler 4: Falsches Material bei empfindlichen Kulturen

Salat und Direktsaaten reagieren sensibel. Lösung: fein und dünn mulchen, oder erst nach der Keimung.

Fehler 5: Schnecken unterschätzen

In vielen Regionen (z. B. in feuchten Lagen, schattigen Gärten, am Waldrand) sind Schnecken ein echtes Thema. Mulch kann ihnen Verstecke geben – muss aber nicht automatisch zum Problem werden, wenn du gut managst.

Schnecken & Mulch: So hältst du den Druck niedrig

In Deutschland und Österreich ist die Spanische Wegschnecke in vielen Gärten präsent. Mulch kann die Situation verschlechtern, wenn er dauerhaft feucht und dicht ist. Gleichzeitig hilft ein gesunder Boden Pflanzen, Fraß besser zu verkraften. Entscheidend sind Vorgehen und Kontrolle.

  • Luftige Mulchmaterialien wählen: Stroh locker, Rasenschnitt nur dünn.
  • Morgens gießen: Dann trocknet die Oberfläche bis zum Abend ab.
  • Mulch nicht direkt an Pflanzen: Freiraum um Jungpflanzen.
  • Regelmäßig kontrollieren: Unter Brettern/Steinen sammeln und absammeln.
  • Barrieren nutzen: Schneckenzäune, raue mineralische Streifen (Splitt) in Problemzonen.

Hinweis: Wenn der Schneckendruck extrem ist, starte im Frühjahr mit sehr sparsamem Mulch und erhöhe die Schicht, sobald die Pflanzen kräftiger sind.

Mulch und Bewässerung: weniger gießen, aber richtig

Mulch spart Wasser – trotzdem ist „mulchen“ kein Ersatz für gutes Gießen. Im Gegenteil: Unter Mulch lohnt sich seltenes, dafür durchdringendes Wässern. So wachsen die Wurzeln tiefer, und das Beet wird widerstandsfähiger gegen Trockenperioden.

So gießt du optimal unter Mulch

  • Fingerprobe: Mulch zur Seite schieben und Bodenfeuchte prüfen.
  • Durchdringend gießen: Lieber 1–2× pro Woche kräftig als täglich wenig.
  • Tropfbewässerung: Unter Mulch besonders effizient (ideal für Hochbeete).
  • Morgens gießen: senkt Schnecken- und Pilzdruck.

Mulchen im Jahresverlauf: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Timing ist ein unterschätzter Faktor. Mulch beeinflusst Bodentemperatur und Feuchte – und das kann im Frühjahr Fluch oder Segen sein.

Frühjahr

Im zeitigen Frühjahr ist der Boden oft noch kalt und sehr feucht. Eine dicke Mulchschicht kann das Erwärmen verzögern. In kühleren Regionen (z. B. höheren Lagen in Österreich oder im Alpenvorland) ist es oft sinnvoll, erst nach dem ersten Wachstumsstart kräftig zu mulchen.

  • Strategie: Boden erst aufwärmen lassen, dann mulchen.
  • Ausnahme: Schutz von überwinternden Kulturen (z. B. Knoblauch) mit dünnem Laub.

Sommer

Jetzt spielt Mulch seine Stärke aus: weniger Verdunstung, stabilere Feuchte, weniger Gießstress. Bei Hitzewellen schützt Mulch die Bodenorganismen und verhindert das „Backen“ der Oberfläche.

Herbst

Im Herbst ist Mulchen ideal, um den Boden vor Starkregen zu schützen und das Bodenleben bis in den Winter aktiv zu halten. Laub ist jetzt reichlich vorhanden – perfekt für Beete, die abgeerntet sind.

Winter

Eine Mulchdecke schützt vor Erosion und extremen Temperaturschwankungen. In sehr nassen Wintern kann eine zu dichte Schicht jedoch die Durchlüftung mindern. Hier gilt: luftig statt kompakt.

Unkrautmanagement: Mulch als Teil der Strategie

Mulch reduziert Unkrautdruck, aber er ersetzt nicht jeden Handgriff. Besonders mehrjährige Wurzelunkräuter kommen auch durch Mulch. Der Vorteil: Der Boden bleibt weicher, und Unkräuter lassen sich oft leichter herausziehen.

  • Vor dem Mulchen: gründlich jäten, Wurzeln entfernen.
  • Während der Saison: Mulch nachlegen, damit keine Lichtlücken entstehen.
  • Bei Problemunkräutern: ggf. Karton (unbedruckt) unter Mulch auf Wegen oder zwischen Dauerkulturen nutzen (nicht in Saatbeeten).

Mulch, Bodenleben und Humusaufbau: Was im Boden passiert

Der größte Langzeitvorteil ist oft unsichtbar: Mulch füttert Mikroorganismen, Pilze, Springschwänze und Regenwürmer. Diese bilden stabile Krümelstrukturen, verbessern die Infiltration von Wasser und erhöhen die Fähigkeit des Bodens, Nährstoffe zu speichern. Gerade in vielen Gartenböden, die durch häufiges Umgraben oder Tritt verdichtet sind, kann regelmäßiges Mulchen innerhalb weniger Saisons spürbar helfen.

Merksatz: Ein dauerhaft bedeckter Boden verhält sich eher wie Waldboden – lebendig, krümelig, aufnahmefähig.

Mulch und Dünger: Wie du Nährstoffmangel vermeidest

Damit dein Gemüse nicht „hungrig“ wird, ist die Kombination aus Mulch und Nährstoffmanagement entscheidend. Besonders bei stickstoffarmen Materialien kann eine Ergänzung sinnvoll sein.

Wann du zusätzlich düngen solltest

  • Wenn du viel Stroh oder Häckselgut verwendest.
  • Wenn Pflanzen trotz ausreichender Feuchte hellgrün bleiben.
  • Wenn Starkzehrer (Kohl, Kürbis, Tomaten) im Hochsommer nachlassen.

Sanfte Optionen (für den Hausgarten)

  • Reifer Kompost: als dünne Decke, 1–2× pro Saison.
  • Hornspäne/Hornmehl: langsam verfügbar, gut kombinierbar mit Mulch.
  • Pflanzenjauchen (z. B. Brennnessel): punktuell bei Bedarf.

Mulch aus dem eigenen Garten: nachhaltig und günstig

Viele Gärtnerinnen und Gärtner in Deutschland und Österreich möchten möglichst torffrei und ressourcenschonend arbeiten. Mulchen passt perfekt dazu, weil du Kreisläufe schließt.

  • Rasenschnitt: in kleinen Portionen sammeln, antrocknen, ausbringen.
  • Laub: zerkleinern und als Winter- oder Sommermulch nutzen.
  • Erntereste: gesunde, kleingeschnittene Pflanzenreste antrocknen (nur wenn krankheitsfrei).

Wichtig: Krankes Pflanzenmaterial (z. B. stark befallene Tomatenblätter mit Braunfäule) nicht als Mulch verwenden – besser im Restmüll entsorgen oder nach lokalen Empfehlungen behandeln.

Mini-FAQ: Die häufigsten Fragen rund ums Mulchen im Gemüsegarten

Kann ich direkt nach dem Pflanzen mulchen?

Ja, aber mit Maß: Erst wässern, dann eine luftige, dünne Schicht aufbringen und den Stängelbereich frei lassen. Bei sehr kleinen Jungpflanzen lieber zunächst nur zwischen den Reihen mulchen.

Ist Mulchen im nassen Sommer überhaupt sinnvoll?

In sehr feuchten Perioden kann eine dicke Schicht zu lange nass bleiben. Dann gilt: dünner mulchen, luftiges Material wählen und auf gute Durchlüftung achten. Komplett auf Mulch zu verzichten ist oft nicht nötig – anpassen ist das Stichwort.

Was ist besser: Mulchfolie oder organischer Mulch?

Organischer Mulch verbessert den Boden langfristig. Folien (auch biologische) können zwar Unkraut unterdrücken und Wärme bringen, füttern aber das Bodenleben weniger. Im Hausgarten ist organisches Material meist die nachhaltigere Wahl – außer bei Spezialkulturen oder sehr starkem Unkrautdruck.

Wie erkenne ich, ob ich zu viel gemulcht habe?

Warnsignale sind: muffiger Geruch, schmierige Schicht, viele Schnecken direkt am Pflanzenhals, langsames Abtrocknen und gelbliche Pflanzen trotz Feuchte. Dann Mulch etwas auflockern oder teilweise entfernen und künftig dünner nachlegen.

Fazit: Mit der richtigen Mulchstrategie zum gesunden, feuchten Beet

Gemüse richtig mulchen ist keine komplizierte Wissenschaft, aber es lohnt sich, Material, Timing und Schichtdicke bewusst zu wählen. Wenn du den Boden vor dem Mulchen wässerst, luftig arbeitest und auf die Bedürfnisse deiner Kulturen achtest, bekommst du ein Beet, das weniger austrocknet, weniger Unkraut zulässt und langfristig fruchtbarer wird.

Starte am besten mit einer unkomplizierten Kombination: Kompostdecke (1–2 cm) + angetrockneter Rasenschnitt (1–3 cm) – und beobachte, wie sich Feuchte, Bodenstruktur und Pflanzenwachstum über die Saison verbessern. So entwickelst du schnell ein Gefühl dafür, welche Mulchmischung in deinem Garten in Deutschland oder Österreich am besten funktioniert.